Aufklärung über die Zusatzkosten: Eine Praxis, die man besser entwickeln sollte

0
1132
Verstecke Zusatzkosten bei der Zahnbehandlung
Dateinummer: 12187386 | Urheber: mariok | Quelle: 123rf

Die realen Kosten am Ende einer zahnmedizinischen Behandlung sind für die meisten Patienten überraschend. Die Aufklärung über die aufkommenden Zusatzkosten ist grundsätzlich mangelhaft. Festgestellt wurde dies innerhalb einer Studie, die gemeinsam von 3 Verbraucherzentralen beauftragt wurde. Die Initiative ist von den Organisationen in NRW, Rheinland-Pfalz und Berlin. Befragt wurden im Rahmen der Studie rund 1000 Personen.

Wie erklärt man sich die aufkommenden Mehrkosten?

Warum kommen zu den aufgelisteten Preisen immer wieder weitere Mehrkosten hinzu? Die Verbraucherzentralen sind der Meinung, dass die Finanzierung durch die Krankenkassen für die Zahnarztpraxen unzureichend ist. Durch die sogenannten zusätzlichen Kosten wird versucht, diese zu decken. Darunter leiden aber grundsätzlich die Patienten.

Die typischen Selbstzahlleistungen

Nach Befragung der Patienten hat sich herausgestellt, dass es zu unnötigen Nebenkosten kommt. Die Patienten müssen damit rechnen, wenn sie eine hochqualitative Zahnreinigung, Füllungen oder Zahnersatz wünschen.

Inwieweit wird man informiert?

Ungefähr ein Viertel der Befragten haben ausgesagt, dass sie nicht ausführlich und schriftlich über die aufkommenden Kosten informiert wurden. Etwas mehr war die Anzahl der Personen innerhalb der Befragung, die keine Auskunft über die Abdeckung der Kosten durch die Krankenkasse bekommen haben.
Noch häufiger waren die Beschwerden über mangelnde Auskunft hinsichtlich der wahrscheinlichen Risiken vor der Behandlung. Dieswar bei ungefähr einem Drittel der Befragten der Fall. Dürfen die Zahnarztpraxen wirklich so viel verschweigen?

Die Information über die tatsächlichen Kosten in schriftlicher Form, sowie über durch die Krankenkassen abgedeckte Leistungen und die möglichen Risiken der Zahnbehandlung sind eine Pflicht von allen Zahnarztpraxen. Deswegen ist ihr Verschweigen eindeutig als Verstoß gegen diese Pflichten zu betrachten. Was weiterhin auffällt ist, dass die schriftliche Einverständniserklärung, die bei zusätzlichen privaten Leistungen angefordert wird, ebenfalls oft ausgelassen wird. Diese Tendenz ist bei günstigen Leistungen deutlicher. Aber auch bei Patienten, die zwischen 500 € und 1000 € für eine zahnärztliche Leistung ausgegeben haben, ist sie immer noch zu stark ausgeprägt. Ungefähr 25 % von ihnen haben keine schriftliche Einverständniserklärung unterschrieben.

Die notwendigen Maßnahmen?

Die Verbraucherzentralen bieten einige Maßnahmen für die Verbesserung der Situation zugunsten der Patienten. Sie setzen sich für eine stärkere Kontrolle und beim Feststellen von Missbrauch für Ahndung ebendieser ein.

Das ist zurzeit die einzig mögliche Lösung. Den Patienten kann man nämlich nachträglich nicht mehr helfen, die unnötigen zusätzlichen Kosten wieder einzuholen. Eine alternative Maßnahme wäre die klare Strukturierung der Arbeit der Krankenkassen. Sie sind unnötig kompliziert dargestellt und eine Übersicht für die Patienten ist so gut wie unmöglich. Wird dieses Problem überwunden, sind sie nicht mehr so stark auf die Beratung angewiesen. Bis diese Maßnahmen in Kraft getreten sind, haben die Patienten fast nur die folgende Möglichkeit: Sie können sich bei aufkommenden Zweifeln an die Verbraucherzentralen wenden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here