Leitungswasser in den USA: Karies und Bluthochdruck

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Dateinummer: 59848142 | Urheber: Michael Heim | Quelle: 123 RF

Das Leitungswasser in den USA wird in den meisten Staaten mit Fluorid behandelt. Die Gesundheit der breiten Maße von Kindern dort sagt deswegen vieles über die Wirkung von diesem Stoff auf unsere Gesundheit aus. Eine Studie zu diesem Thema wurde in der Fachzeitschrift „American Journal of Preventive Medicine“ veröffentlicht. Daraus wird es zum einen klar, dass die Kinder, die kein Leitungswasser trinken, wesentlich seltener Karies haben als andere. Allerdings haben wir es dann einem hohen Anteil von Blei im Blut und infolge dessen- hohen Blutdruck zu tun.

Die öffentlichen Diskussionen um das Thema Blei

Spätestens 2014 kann man in den USA und überall auf der Welt von einem erhöhten Bewusstsein über die Risiken sprechen, die mit dem Bleigehalt im Wasser und anderen Lebensmitteln in Verbindung stehen. Das steht in Zusammenhang mit der Wasserkrise in Flint, Michigan.

Ab diesem Moment hatten die dortigen Einwohner keinen Zugang mehr zum mit Flourid behandelten Leitungswasser. Ist das aber wirklich gesund? Es gibt sicherlich Für- und Gegenargumente. Auf diese möchten wir im Folgenden eingehen. Denn das Thema Fluorid und den Einsatz von diesen in Mundhygieneprodukte ist etwas, was uns auch alle betrifft.

Die amerikanische gesundheitliche Einrichtung Centers for Disease Control and Prevention (Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention) behauptet, dass durch Fluorid-Zusatz im Leitungswasser die Fälle von Karies in den letzten 70 Jahren extrem reduziert wurden. Trotzdem bleibt diese Erkrankung immer noch sehr verbreitet. In 2011 und 2012 waren 23% der Kinder davon betroffen.

Die Studie von Anne E. Sanders und Gary D. Slade

Gary D. Slade und Anne E. Sanders sind Wissenschaftler an der University of Carolina. Sie sind tätig am Departement für dentale Ökologie (Department of Dental Ecology). Sie haben eine repräsentative Gruppe von Kindern von 13.100 Personen analysiert. Sie waren im Alter zwischen zwei und 19 Jahren und alle an einer anderen gesundheitlichen Studie beteiligt. Die Studie wurde im Zeitraum zwischen 2005 und 2014 durchgeführt und trug den Titel National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Die 12 000 Ergebnisse zeigen unter anderem Information über die Intensität von Blei im Blut. 5600 von den Kindern wurden ebenfalls auf Kariesbefall untersucht.

Zuerst wurde mit den Teilnehmern ein Interview in ihrem eigenen Zuhause durchgeführt. Danach besuchten sie ein mobiles Untersuchungszentrum. Dort wurden Blut-Untersuchungen gemacht. Gefragt wurden sie auch unter anderem nach ihrer Ernährungsart. Ihre Zähne wurden ebenfalls untersucht. Ungefähr 15% der Kinder gaben an, dass sie in der Regel kein Leitungswasser trinken. Hinsichtlich des Bleis im Blut hat man die folgende Grenze bestimmen können: Sie lag bei 3 Mikrogramm pro Deziliter.

Die Ergebnisse aus der Studie

Laut der Studienergebnisse haben Kinder und Erwachsene, die Leitungswasser trinken, seltener Karies. Allerdings zeigten sie erhöhte Mengen von Blei in ihrem Blut. Bzw. galt auch das Gegenteil: Diejenigen, welche auf Leitungswasser verzichteten, hatten öfter Karies, aber seltener einen hohen Anteil an Blei. Im Allgemeinen hatten 3% der Kinder und Erwachsenen einen hohen Blutdruck und knapp 50% Karies. Unter den amerikanischen Kindern lebt eins von fünfen unter dem staatlich bestimmten Bereich für Armut. Eins von vier afroamerikanischen und eins von drei mexikanisch- amerikanischen Kindern trinken kein Leitungswasser. Unter den weißen Kindern, die keinen hispano-amerikanischen Wurzeln haben, liegt der Anteil bei eins von 12.

Die Folgen des hohen Blutdrucks

Der hohe Blutdruck ist ein ernstzunehmendes Symptom und ein gesundheitliches Problem mit schwerwiegenden und lange nach haltenden Folgen. Ein Problem dieser Studie war allerdings, dass man keine genauen Angaben darüber hat, inwieweit das von den Teilnehmenden getrunkene Leitungswasser mit Fluorid angereichert war oder nicht.

Laut der Forscher sollte die Studie vor allem fürsorglichen und kritisch denkenden Eltern zu Hilfe kommen. Sie müssen die genauen Vor- und Nachteile des Trinkens von Leitungswasser mit hohem Flouridgehalt kennen, um die Gesundheit Ihrer Kinder in einer möglichst guten Richtung zu beeinflussen.

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