Neue Nachweise für die Verbindung zwischen Zahnfleischproblemen und erhöhten Krebsrisiko?

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Dateinummer: 28625979 | Urheber: dolgachov | Quelle: 123RF

Im vorliegenden Beitrag geht es um eine Studie an der Tufts University, in den USA. Laut der Ergebnisse könne man Krankheiten am Zahnfleisch mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung setzen. Betroffen sind vor allem die Lungen und der Darm.

Die Studie arbeitet mit Daten, die über eine längere Zeit gesammelt wurden. Anhand ihrer Analyse glaubt man, neue Nachweise für den Zusammenhang zwischen einem erhöhten Krebsrisiko und den Zahnfleischerkrankungen im fortgeschrittenen Zustand entdeckt zu haben. Es handelt sich hierbei um eine Studie, die vom Epidemiologen Dominique Michaud geleitet wurde. Er unterrichtet an zwei angesehenen Hochschulen.

Das sind die Tufts University School of Medicine, und außerdem das Kimmel Cancer Center, und darüber hinaus die Elizabeth Platz of the Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.
Die Studie wurde in Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht. Hier wurden die Daten von knapp 7500 Patienten ausgewertet. Sie kommen aus verschiedenen Orten in den USA. Das waren unter anderem Nord Carolina, Maryland, Mississippi und Minnesota. Die Untersuchungen wurden innerhalb einer anderen Studie gemacht. Sie trug den Titel Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC) und beschäftigte sich mit der Erforschung des Risikos von Atherosklerose. Die Untersuchungen wurden während einer längeren Periode gemacht. Das geschah zwischen 1990 und 2012. Innerhalb dieses Zeitraums wurden knapp 1700 Fälle von Krebs identifiziert.

Anhand der Ergebnisse hat das Team herausgefunden, dass man von einer Erhöhung des Krebsrisikos von 24 % bei Patienten sprechen kann, die an ernsten Formen von Paradontitis leiden, verglichen mit denjenigen, die unter einer harmlosen Form der Krankheit leiden. Bei Patienten ohne Zähne, was auch ein Anzeichen für Parodontitis sein kann, ist das Risiko um 28 % höher. Am höchsten sei das Risiko für Lungenkrebs, gefolgt von Darmkrebs: So die Meinung der Forscher.

Im weiteren Verlauf der Studie haben die Forscher einige Untergruppen untersucht. Sie haben herausgefunden, dass manche Patienten mit schwerwiegenden parodontalen Erkrankungen zweimal anfälliger für Lungenkrebs im Vergleich zu denjenigen sind, die an einer harmlosen Form leiden. Man spricht weiterhin von einem um 80 % erhöhten Risiko bei Patienten, die komplett ohne Zähne sind. Diese Ergebnisse bestätigen die vorausgegangenden Resultate aus früheren Studien. Unter den Rauchern hat man eine zweifache Erhöhung vom Krebsrisiko, wenn sie gleichzeitig an ernster Paradontitis leiden. Als Vergleich dienten wieder diejenigen, die keine Parotitis oder eine sehr schwache Form besitzen.

Der leitende und Korrespondenzautor von der Studie Dominique Michaud behauptet, dies sei die größte Studie bisher, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Zahnfleischerkrankungen und dem Risiko von Krebs beschäftigt. Er sieht weitere Studien als notwendig, die sich vor allem mit der folgenden Frage beschäftigen: Wird man durch eine gute Zahnfleischprophylaxe die Fälle von Krebserkrankungen reduzieren können? Michaud hat die vorliegenden Ergebnisse aus dieser Studie in einem breiteren medizinischen Kontext kommentiert. Er zitiert Forschungen, laut derer, die gleichen Bakterien bei Darmkrebs auch in der Mundhöhle gefunden werden. Es handelt sich um einige Bakterien, die mit Parodontitis assoziiert werden. Die Untersuchung hat weiterhin eine geringe Erhöhung des Risikos von Pankreaskrebs bei Patienten entdeckt, die an Parodontitis leiden.

Dieser Zusammenhang wurde ebenfalls in anderen ähnlichen Studien festgestellt. Solche Art von Ergebnissen kann man ebenfalls als bedeutend bezeichnen, auch wenn sie aus rein statistischer Sicht auf den ersten Blick nicht so wesentlich erscheinen. Die Forscher warnen besonders Raucher. Laut der Studienergebnisse sind sie anfälliger als andere Menschen für alle aufgezählten Krebsarten, die mit Parodontitis in Verbindung stehen.

Diese Frage wurde von Elizabeth Platz kommentiert. Sie ist Stellvertreterin des Departements für Epidemiologie an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Außerdem ist sie die stellvertretende Leiterin des Programms für Kontrolle und Prävention von Krebs (Cancer Prevention and Control Program) des Johns Hopkins Kimmel Cancer Centers.

Die bereits beschriebene Studie in Bezug zu einem Risiko vor Atherosklerose- Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC) kann man aus einigen guten Gründen als besonders hilfreich bezeichnen. Zum einen wird die Paradontitis mit dem Krebsrisiko in Verbindung gesetzt. Weiterhin basierte sie auf genauen Untersuchungen anstatt auf den Angaben von den Patienten selbst. Die Zahnuntersuchungen haben genaue Daten über die Tiefe der Taschen zwischen dem Zahnfleisch und dem Zahn geliefert und das an verschiedenen Stellen im Mund. In der Studie wurden Kaukasier und Afroamerikaner herangezogen. Innerhalb der Untersuchung wurde keine Verbindung zwischen Brustkrebs, so wie Krebs an Prostata, Blut oder Lymphen und der Paradontitis herausgefunden.

Das Risiko vor der Entstehung von Krebs infolge von Parodontitis war wesentlich kleiner als bei den Repräsentanten der afroamerikanischen Gruppe. Eine Ausnahme machten Lungen- und Darmkrebs. Weitere Studien könnten mehr über die Unterschiede in dieser Hinsicht aussagen: So die Autoren der Studie. Diese warnen ebenfalls davor, dass man nur die meist verbreiteten Krebsarten untersucht hat. Außerdem hat man sie auf einige Untergruppen limitiert. Das spricht für die Notwendigkeit der Fortsetzung von dieser wissenschaftlichen Arbeit. Laut der Leiterin der Studie müssen noch mehr Teilnehmer in der Studie herangezogen werden.

Sie betonen ebenfalls, dass es dringend notwendig ist, dass viel mehr Menschen als jetzt von einer Krankenversicherung profitieren müssen. Bessere Behandlung der Parodontitis könnte für viele extrem positive Folgen haben.

Wussten Sie eigentlich, dass sie sich mit Hilfe einer neuen Applikation für Parodontitis testen können? Erfahren Sie mehr zu diesem Thema hier.

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