Testperson aus Zürich überprüft, ob Menschen mit unterschiedlichen sozialen Status anders behandelt werden

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Unterschiede in der Diagnostik
Dateinummer: 43619603 | Urheber: zlikovec || Quelle: 123rf

In Zürich wurde im Jahr 2016 eine eigenartige Studie über den Einfluss der sozialen Unterschiede auf die zahnärztlichen Dienstleistungen durchgeführt. Ein und derselbe „Patient“ hat innerhalb von einem Jahr 180 Praxen besucht. Immer hatte er ein Röntgenbild bei sich und bei seiner Vorstellung folgte er immer einem bestimmten Skript.

Der Patient trat nicht überall in der gleichen äußerlichen Erscheinung auf und änderte außerdem die Angaben über seinen Beruf. In einem der Fälle war er mit einem edlen Anzug und in dem anderen mit einem Kapuzenpullover angezogen. In den Fällen, in denen er offizieller gekleidet war, hat er sich als Übersetzer einer Bank vorgestellt. In den restlichen Zahnarztpraxen hat er als Information angegeben, dass er zurzeit ein Übersetzungsstudent ist. In allen Fällen hat der vermeintliche Patient um eine Diagnose gebeten.

Viele Zahnärzte neigen zur Empfehlung einer Überbehandlung

Ein sehr großer Teil der besuchten Zahnärzte hat eine Überbehandlung empfohlen. Das geschah bei mehr als 25% der Beteiligten. Außerdem schienen die Zahnärzte nicht darüber übereinzustimmen, welche Zähne eigentlich behandelt werden müssen. Sie hatten 13 unterschiedliche solche als krank identifiziert.

Soziale Unterschiede spielten nicht so eine große Rolle wie erwartet

Bei diesem Ergebnis spielten die sozialen Unterschiede nicht so eine große Rolle, wie man es erwartet hätte. Zwar hat man bei den verschiedenen Zahnärzten große Unterschiede beim Preis der Behandlung feststellen können. Allerdings spricht wenig dafür, dass das etwas mit dem sozialen Status des Patienten zu tun hatte.
Dem wohlhabender aussehenden Patienten wurde zwar öfter als „dem anderen“ eine teurere Behandlung empfohlen. Allerdings geschah das nicht so oft, als dass man von einer Signifikanz sprechen könnte. Der Unterschied lag bei etwa 10 %.
Ein weiteres sehr interessantes Ergebnis ist, dass die Praxen, die eher dazu neigten, eine unnötig teure Behandlung zu empfehlen, schneller einen Termin für den Test-Patienten vereinbaren wollten.

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