Bisherige Einsatzbereiche der Prothetik und ihr Entwicklungspotenzial

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Prothetik
Datei: 14634698 | Urheber: Alex Antonio Luengo Ramirez | 123rf

Anhand der gesamten Ausbreitung der Digitalisierung auf alle möglichen Lebensbereiche, wäre eigentlich ihre Abwesenheit im Bereich der Prothetik eher überraschend. Es geht nicht mehr darum, ob sie in der Implantologie und anderen Schlüsselbereichen verwendet wird. Die Frage ist, wie lange wir noch brauchen, bis der gesamte Prozess praktisch vollständig digitalisiert wird. Wo die aktuellen Möglichkeiten und Einschränkungen liegen, sind die Hauptfragen, die es hier zu beantworten gibt.

Die Rolle der Digitalisierung in der ästhetischen Zahnmedizin

Die Digitalisierung stellt einer der vielen Aspekte in der ästhetischen Zahnmedizin dar. Weiterhin spielen innovative Materialien, Medien und Techniken eine grundlegende Rolle. Alle diesen sind dem Zweck unterordnet, das Beste für den Komfort und das Aussehen der Patienten zu machen. Die digitalen Technologien tragen auf zweifacher Weise zu diesem Ziel bei. Dank dieser können die klinischen Abläufe wesentlich verkürzt und angenehmer gemacht werden. Außerdem kann man dadurch die Automatisierung der Prozesse um Einiges günstiger machen.
Das sind die beiden Hauptmotive zur mannigfaltigen Forschungen zur Entwicklung digitaler Lösungen. Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt, an welchen viele der konventionellen Arbeitsabläufe dadurch ersetzt wurden. Da muss man praktisch nur noch einen Bereich abdecken und nämlich das Einscannen von größeren Bereichen ohne Zähne.

Die Vorteile auf einen Blick

Wir haben bereits einige der wichtigsten Vorteile der digitalen Prothetik genannt. Hier sind diese und einige andere auf einen Blick:

    • mehr Sicherheit während der Arbeit
    • wirtschaftlich günstigere Abläufe
    • höhere Effizienz
    • komfortablere Behandlungen
    • Möglichkeit zur Verwendung einer Reihe innovativer Materialien
    • höhere Genauigkeit bei der Ausführung der Workflows
    • kleinerer Zeit- und Platzaufwand bei der Datenspeicherung

Bessere Qualifizierung

Wenn wir etwas als Nachteil bezeichnen können, dann ist das der Zeitaufwand für das Aneignen der notwendigen Qualifikationen für Arbeit mit digitalen Technologien. Doch Zahnärzte sollten das lieber als eine Art Investition betrachten, die sich für sie persönlich, für die Patienten und für die Branche im Allgemeinen auszahlt.
Das bedeutet zum einen, sich mit allen technischen Spezifika der digitalen Zahnmedizin vertraut zu machen. Darüber hinaus gibt es immer neuere Konzepte und Methoden für Behandlung, unter welchen jede Praxis das Beste für die eigenen Bedürfnisse auswählen sollte.

Etappe vor der Implantation

Die Digitalisierung ist von grundlegender Bedeutung für die Vorbereitung der Implantation, also der sogenannten Vorbehandlung. In dieser müssen die Hygiene und die Konservierung des vorhandenen Baumaterials gesichert werden. Zu dieser Phase zählen auch die fotografische Aufnahme des aktuellen Status, sowie die Abformung des Alginats. Auf der Basis von beiden wird ein Wax-Up erstellt. Die Digitalisierung umschließt weiterhin die Diagnostik mithilfe eines Röntgens und die Bestimmung der Positionierung. Hierbei wird zu jeder Implantation eine Bohrschablone eingesetzt.

Abformung mit Hilfe digitaler Technologien

Die nächste Etappe ist die digitale Abformung. Es wird ein vollständiges Bild der Zähne, bzw. der Implantate erstellt, die eine versorgende Funktion haben. Danach werden Ihre Antagonisten erfasst und schließlich bestimmt man die Kieferrelation.
Die digitale Abformung erfolgt erst dann, nachdem Implantate freigelegt wurden und auch nach der Präparation der Zähne.
Die angewandte Technik für die Bildung folgte dem parallel konfokalen Prinzip. Bei dieser werden die behandelnden Bereiche optisch abgetastet. Das geschieht mit Hilfe vom Laserlicht, das mit ungefähr 100 000 Punkten reflektiert wird. Die Erfassung erfolgt in 300 Tiefenschärfepunkten. Die Entfernungen zwischen diesen sind jeweils 50 Mikrometer.

Abschließende Etappe

Nachdem die Abformung fertig ist, wird sie ins Labor geschickt. Das passiert in Form digitaler Datei. Es folgen die Reinigung und die Verarbeitung durch eine Computersoftware. Der nächste Schritt schließt die prospektive Restauration und folglich die digitale Formgebung ein. Auch bei diesem werden Computersoftwares verwendet. Zum Schluss werden die Ergebnisse nach allen relevanten Punkten kontrolliert.

Dieses Produkt wird ins Fräse-Zentrum geschickt. Das ist die sogenannte „Rohrekonstruktion“. Bei dieser werden die Randschlüsse und die Passung kontrolliert. Durch manuelles Polieren wird der Konstruktion letztlich ihr natürliches Aussehen verliehen.

Ergebnisse aus Fallbeispielen

Die digitalen Technologien können in vielen verschiedenen Fällen angewandt und den jeweiligen Besonderheiten angepasst werden. Dies zeigte eine Reihe von Fallstudien. Sie kommt bei einzelnen Zahnersatzfällen, aber auch bei umfassenderen Konstruktionen zum Einsatz. Sowohl bei Behandlungen, die sich über eine längere Periode ausstrecken, als auch dann, wenn Zahnärzte unter Zeitdruck stehen, hat sich der Einsatz digitaler prothetischer Lösungen als sehr nützlich erwiesen.

Zusammenfassung: Wie weit sind wir eigentlich mit der Einführung digitaler zahnärztlicher Lösungen?

Die geschilderten Studienergebnisse und die Praxis zeigen eindeutig, dass digitale Lösungen in allen Phasen der zahnärztlichen Behandlung bereits die konditionellen ersetzen können. Eine einzige Ausnahme macht das Scannen breiter zahnloser Bereiche. Hier müssen Spezialisten weiterhin an die Faktoren Präzision und wahrhafte Wiedergabe arbeiten.
In manchen Situationen können die konventionellen Workflows durch die digitalen nicht nur ersetzt werden, sondern zeigen bei Weiten bessere Ergebnisse. Das ist etwa die Möglichkeit zum nachträglichen Scannen der Fehlstellen. Wenn sich eine zweite Restauration als notwendig erweist, können digital gespeicherte Daten von der ersten Behandlung erneut verwendet werden. Da sie in dieser Form wenig Platz nehmen, könnte man sie über eine längere Zeit aufbewahren. Die Abmessung der Kiefer-Korrelation wird weiterhin extrem erleichtert. Durch die speziellen Scanner bekommen Zahnpraktiker schnell und zuverlässig die Information darüber und können unmittelbar zur Bestimmung der Materialschichtstärke und andere wichtige Aspekte übergehen.
Ein großer Fortschritt stellt die Verwendung von Kunststoff und Gips für die Modelle bei den innovativen digitalen Abläufen dar. Sie sind resistent gegenüber Abrasieren und sehen denjenigen ähnlich aus, die konventionell gegossen werden. Dabei erhält man die Zahnfleisch-Anatomie und mach den Prozess kürzer und somit für Patienten und Zahnpraktiker angenehmer.
Die Herausforderungen vor der Digitalisierung liegen in der Ausbildung von Spezialisten, die damit arbeiten können. Vor allem die Kompetenzen der einzelnen Praktiker setzt die breite Anwendung solcher moderner Lösungen im Voraus. Zusätzlich soll eine Aufklärung der Patienten mithilfe verschiedener Medien erfolgen, sodass sie mehr Vertrauen in den innovativen Methoden haben. Schließlich sollten digitale Technologien entwickelt werden, die das Erstellen vollprothetischer Lösungen ermöglichen.

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