Neue Erkenntnisse: Zahnverfall ohne Bohrer stoppen

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Notwendigkeit von Bohren und Zahnfüllungen
Dateinummer: 26956371 | Urheber: Bogdan Mircea Hoda | Quelle: 123rf

Eine neue Studie an der Universität in Sidney hat festgestellt, dass man Karies auch ohne Bohrer stoppen kann. Die gleiche Methode eignet sich ebenfalls für das Aufhalten der Entwicklung und sogar für die Prophylaxe. Durch so eine revolutionäre Erkenntnis könnte die Behandlung von Zahnkaries mit Bohrern und Füllungen bald der Vergangenheit angehören.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden bereits im Januar 2016 veröffentlicht. Leitender Autor der Studie ist der außerordentliche Professor an der University of Sydney Wendell Evans. Er betont, dass in sehr vielen Fällen von Karies die Füllungen überhaupt nicht notwendig sind.

Was genau zeigt die neue Studie?

Längere Zeit hat man geglaubt, dass sich Karies rasch entwickelt und er wurde somit als sehr gefährlich betrachtet. Dementsprechend versuchte man diesen sofort zu entfernen. Dadurch will man das Bilden von Löchern in der Zahnoberfläche verhindern.

Allerdings hat die Analyse vieler Studien aus den letzten Jahrzehnten eher das Gegenteil gezeigt. Die Kariesentwicklung scheint viel langsamer zu sein, als bisher angenommen. Ungefähr vier Jahre braucht der Karies bis er vom Zahnschmelz (die äußere Schicht der Zahnstruktur) bis hin zum Dentin (die innere Schicht) reicht.

Das neue System des wissenschaftlichen Teams von Wendell Evans

Professor Wendell Evans und sein Team entwickelten das sogenannte Caries Management System (CMS). Es stellt eine Serie aus Protokollen für die Beurteilung vom Kariesrisiko dar. Diese wissenschaftlichen Dokumente basieren auf der Analyse dentaler Röntgenstrahlen und einer spezifischen Kariesbehandlung in der frühen Phase.

Auf Basis dieses Systems wurde auch eine „no-drill“ Behandlung, also eine Behandlung ohne Bohrer entwickelt. Sie basiert auf den folgenden Schritten:

1. Auftrag vom hochkonzentrierten Fluoridlack an den Stellen, die von Karies in seiner ersten Entwicklungsphase betroffen sind.

2. Unterstützung bei der Entwicklung der Fähigkeiten zum Zähneputzen zu Hause.

3. Einschränkung von Zwischenmahlzeiten mit Nahrungsmitteln und Getränken, die Zucker enthalten.

4. Risikokontrolle.

Die ersten Testergebnisse der „no drill“ Behandlung

Zuerst wurde die neue CMS Behandlung in Australien, im Westmead Hospital getestet. Sie zeigt schon eindeutig, dass dadurch Karies in seiner frühen Phase gestoppt werden kann. Die Notwendigkeit zum Bohren und das Anbringen von Füllungen wurde drastisch reduziert. Zu diesen müsste man erst, und nur dann übergehen, wenn bereits Löcher in der Zahnstruktur vorhanden sind.

Danach wurde die CMS Behandlung in allgemeinen Zahnpraxen in New South Wales und Sydney getestet. Beobachtet wurde dieser Prozess durch Experten aus dem speziellen Kontrollprogramm (Monitor Practice Program (MPP)) einer nationalen gesundheitlichen Einrichtung in Australien, die für medizinische und gesundheitliche Erforschungen zuständig ist.

Nach sieben Jahren Beobachtungen wurde dadurch bestätigt, dass sich die Notwendigkeit von Bohren und Füllungen von 50% auf 30% reduziert hat.

Professor Evans weist darauf hin, dass die Patienten eine sehr wichtige Rolle für den Erfolg von dieser Art der Behandlung spielen. Die konstruktive Kommunikation zwischen den Patienten und den Zahnärzten ist von entscheidender Bedeutung, damit die Pflege auch außerhalb der Praxis richtig durchgeführt wird.

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