Verstehen Sie die Vernetzung digitaler Workflows besser

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Digitaler Workflow
Datei: 47333967 | Urheber: everythingpossible | 123rf

Die Digitalisierung der Zahnprothetik bietet viele Vorteile und hat durchaus gute Chancen, konventionelle Workflows zu ersetzen. Eine der großen Herausforderungen vor der computerisierten Prothetik ist die Entwicklung der notwendigen Kompetenzen unter den Spezialisten in diesem Bereich. Sie gelingt leichter durch einen umfassenden Einblick in den Gesamtprozess.
Dieser Beitrag soll genau zeigen, wie die verschiedenen Etappen – und Planung bis hin zur Fertigstellung aussehen und miteinander vernetzt sind.

Hier wird es anhand eines konkreten Beispiels vom Behandlungsfall von Dentsply Sirona erläutert.

Die erste Etappe

In dieser beginnenden Phase sollten vier Unterkiefer-Implantate eingesetzt werden. Nach der Planung sollten sie anschließend eingesetzt werden. Auch eine Restauration wurde vorgesehen. Die gesamte Kieferkonstruktion wurde eingescannt. Dazu setze man CEREC Omnicam ein. Als Nächstes erfolgte die Arbeit mit dem digitalen Modell, auf welchem ein konkreter Vorschlag für die prothetische Konstruktion gezeigt wurde. Die Bisslage wurde vorsorglich saniert und währenddessen vertikalisiert. Es folgte die Fertigung eines Mock-Ups auf den Gipsmodellen. Dank des Einscannens mit Omnicam gelangt die Überführung auf den digitalen Modellen.

Digitale Anpassung der Daten

Die nächste Etappe ist die digitale Anpassung der Daten, bekannt unter dem Begriff „Datenmatching“. Dazu wird die Planung der prothetischen Lösung eine spezielle Software eingeführt. Ein Beispiel dafür ist die GALILEOS Implant-Software. Mit dieser wird das prothetische Modell erstellt, wobei im Voraus realisierte „DVT-Aufnahmen“ verwendet werden.
In dieser Etappe werden auch Röntgenaufnahmen gebraucht. Erstellt wurden sie mit Orthophos XG 3D von Dentsply Sirona, der mit einem hybriden System arbeitet. Dank dieses wird optimale Genauigkeit bei der Ausrichtung der Implantate erreicht.
Es gibt Vorteile für beide Seiten – den Zahnarztpraktiker und den Patienten. Die Visualisierung in 3D hilft dem ersten bei der exakten Positionierung und der Patient verspürt durch diese mehr Sicherheit und Gefühl der Kontrolle über die Situation.
Die Software GALILEOS verfügt über eine breite Datenbank aus Implantaten. Es können verschiedene digital ausprobiert werden, sodass man schließlich die optimalsten für die Röntgenvolumen auswählt.
Es gibt die Möglichkeit für exakte Positionierung im 3D Volumen durch freies Kippen und Verschieben. Das rechtzeitige Vorausschauen von Gefahren vor möglichen Beschädigungen anatomischer Strukturen ist damit auch möglich. Also werden durch so ein System auch die Operationen um Einiges sicher.

Diagnostizierung

Die Digitalisierung bringt eine Reihe von Vorteilen für die Diagnostizierung mit sich. An erster Stelle ist die bereits genannte Früherkennung gefährlicher und gefährdeter Strukturen zu nennen. Die Umsetzung der Planungsdaten erfolgt durch die Anwendung von Bohrschablonen. Dank virtueller Daten erreicht man eine genaue Positionierung, die viel sicherer ist als diese, die mit den konventionellen Methoden erreicht wird.
In unserem Beispiel kam Sicat Optiguide-Bohrschablone zur Anwendung. Erstellt wurde sie auf der Basis zusammengeführter Daten von CEREC-Software (Abb. 4) und GALILEOS Implant-Software. Zur Herstellung wurden die Daten über die Sicat-Webseite übermittelt.
Die Verwendung vom physischen Modell war überhaupt nicht notwendig. Der Test der 3-D-Planung am Gipsmodell erfolgte ebenfalls durch die Optiguide-Bohrschablone. So konnten viele Verbesserungen vor der Operation unternommen werden. Es wurde praktisch eine Art Training für diese durchgeführt, wobei die gleichen Instrumenten und Hilfsmittel verwendet wurden.
Das Übertragen von dem Implantindex erfolgt ebenfalls durch eine Reihe von miteinander vernetzten Abläufen innerhalb des digitalisierten Prozesses. Zu diesem Zweck wird vom Techniker die exakte Stelle auf der Bohrhülse markiert.

CEREC-Kronen

Die letzte Phase des digitalisierten Prozesses erfolgt nach der Periode des Einheilens. Es geht um die Versorgung der Kronen, die die Implantate tragen. Das geschieht mithilfe vom CEREC-System chairside. Nach der Entfernung der Schienen unter der Präparation (Sie erfolgt mit Diamnanten mit Wasserkühlung) erfolgt Einscannen mit CEREC Omnicam. Der letzte Schritt ist zur Visualisierung der neuen Aufbauten im Unterkiefer-Modell notwendig.
Dann ging man zum Seitenzahnbereich rüber. Verwendet wurde die VITA ENAMIC Hybridkeramik. Für die vorderen Bereiche wurde Lithiumdisilikatkeramik e.max CAD eingesetzt, weil hier der ästhetische Anspruch viel größer ist. Die Individualisierung erfolgte mit der Cut-back-Technik.
Mit diesem Schritt war die digitale Konstruktion komplett. Nun erfolgte die Übermittlung an CEREC MC XL – die Einheit für Fräsen und Schleifen. Nach dem unmittelbaren Einsatz der Kronen erfolgten mehrere Kontrollen, die den Erfolg des Prozesses bestätigten.

Zusammenfassung

Die gesamte Behandlung wurde erfolgreich durchgeführt. Angesichts der Komplexität, die aus den Implantaten und der Vertikalisierung von der Höhe des Bisses erfolgte, war die digitale Planung eindeutig die bessere Variante als die konventionelle. Auf der einen Seite wurde der Prozess extrem verkürzt und außerdem wurden dem ängstlichen Patienten viele stressige Situationen erspart.

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