Biokompatibilität macht Seide zu einem der wichtigsten Materialien der Zukunft im Bereich Implantologie

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Einsatzbereiche von Seide in der Medizin
Dateinummer: 20106033 | Urheber: Tewan Yangmee | Quelle: 123rf

Neben der Stabilität und der Ästhetik, spielt auch der Begriff Biokompatibilität eine äußerst bedeutende Rolle in der Implantologie. Die Forschung untersucht Werkstoffe, die nicht nur stabil sind, sondern auch unsere Gesundheit fördern. Diesem Thema widmen sich auch Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets und sein Team aus der Universitätsklinik in Hamburg. Sie arbeiten derzeit zusammen an einem Forschungsprojekt, das einen Überblick über biokompatible Werkstoffe verschaffen soll. Unter anderem kam man zu dem Ergebnis, dass Seide eine der wichtigsten Materialien der künftigen Implantologie sein könnte. Erfahren Sie hier, warum das so ist, und wo sie genau zum Einsatz kommen wird.

Der Einsatz von Seide

Ein Großteil der Forschung wurde Materialien gewidmet, die auf Seide basieren. Sie weisen eine Reihe von sehr nützlichen Eigenschaften auf: Auf Seide basierende Materialien stärken das Immunsystem, verfügen über ausgezeichnete mechanische Charakteristika und können leicht biologisch abgebaut werden. Im Vergleich zu den bisher verwendeten Polymeren zeigt sich die hohe Biokompatibilität dieses Materials. Für die Patienten bedeutet das weniger und leichtere Wunden im Zusammenhang mit dem Einsatz von Implantaten.
Auf Seide basierende Materialien zeigen viele Vorteile auch im Vergleich zu anderen natürlichen Werkstoffen. Sie sind passender für die Wiederherstellung von Gewebestrukturen, wie etwa synthetische oder Kollagen-Typ 1-Materialien.

Das ist von großer Bedeutung für die neue Technologie der Herstellung von Gewebe mit 3D Drucktechniken – eine Methode in der Implantologie, die immer stärker an Bedeutung gewinnt und voraussichtlich die Zukunft der Branche prägen wird.

Membrane aus Seide

Seide kann nicht nur die Bildung von Wunden vermeiden, sondern auch für die Behandlung von solchen eingesetzt werden. Der einfache Weg wäre dabei, einen Wundverband aus diesem Material zu verwenden. Man spricht aber auch von der Herstellung der sogenannten Barrieremembran (GBR/GTR-Membran). Diese kann individuell geschaffen und mit anderen Wirkstoffen erfolgreich kombiniert werden. Gegenstand aktueller Untersuchungen ist z.B. die Integration von Magnesium in Seide. Dadurch soll der Membrankollaps, zu welchem es manchmal in der Extraktionsalveole kommen kann, verhindert werden. In diesem Fall dient das Magnesium in der Seide als eine Art Schutzgerüst. Weitere Materialien, mit welchen Seide kombiniert werden kann, sind z.B. Beta-Tricalciumphosphat (b-TCP) und Hydroxylapatit (HA).

Perspektiven des Einsatzes von Seide

Die guten Eigenschaften der Seide erklärt die Wissenschaft durch das N-Fibroin, auf welchem ihre Struktur basiert. Eine tiefergehende Erforschung diesbezüglich würde vielversprechende Erkenntnisse im Bereich der Weiterentwicklung des Materials ermöglichen.
Die Forschung konzentriert sich darüber hinaus auf die Möglichkeiten, Wachstumsfaktoren in die Seide zu integrieren. Das würde zu einer Reihe von diversen Vorteilen führen. Durch die Wachstumsfaktoren wären seidenbasierte Lösungen und die Konstruktionen viel nachhaltiger und dauerhafter, und außerdem würden sie sich nur schwer abbauen lassen.

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