Dentale Implantate mit antibakterieller Wirkung vereinfachen die Integration in den Knochen

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Zahnimplantate und verbesserte Osseointegration
Datei: 52571983 | Urheber: destinacigdem | 123rf

Die Universität Baskenland entwickelt einen neuen Anstrich für Zahnimplantate. Diese sollen zur Erhöhung der Erfolgsquote bei ihrer Implantation beitragen.

Infektionen werden zurzeit als Hauptgrund für den Entfall von Implantaten betrachtet. Ein Forschungsteam aus der Basken Universität hat in dieser Hinsicht einen Fortschritt erreicht. Sie entwickelten einen Anstrich, der eventuell Entzündungen vorbeugen kann. Sie sind in der Lage, diese auszuheilen, sobald sie aufgetreten sind. Das neue Produkt soll auch die Integration der Implantate in den Knochen erleichtern.

Beatriz Palla ist eine Forscherin aus der Universität Baskenland, die in der Gruppe für Biomaterialien in der Abteilung für Polymere Wissenschaft und Technologien arbeitet. Sie weist darauf hin, dass die Ausarbeitung so eines Anstrichs von großer Bedeutung und Interesse ist. Das wird anhand der vielen veröffentlichten Arbeiten auf diesem Bereich offensichtlich. Laut Statistiken entfallen um die 10% der Implantate aufgrund von Problemen mit der Integration in den Knochen.

Wenn es darum geht, Strategien für das Bekämpfen von diesem Problem zu entwickeln, muss man sich über die wichtigste Herausforderung im Klaren sein. Diese besteht darin, gleichzeitig den Titanium-Implantaten antibakteriellen Eigenschaften zu verleihen und eine Antwort auf die gewaltige Resistenz zu geben, die Bakterien gegenüber konventionellen Therapien mit Antibiotika entwickeln können.

Genau in der Lösung von diesen Fragen bestand die große Leistung der Gruppe der Universität Baskenland, die sich seit einiger Zeit mit der Entwicklung und Materialien für Implantate beschäftigt.

Bereits vorher hatte sie spezielle Beschichtung entwickelt, die das Generieren von Knochen um das Implantat herum und somit seine Verankerung fördert. Die Forschungsgruppe wollte einen Schritt weitergehen und diese Aufschichtungen in antibakterielle Mittel verwandeln.

Die Methode

Die Methode für die Entwicklung dieser Aufschichtung nennt sich Sol-Gel-Synthesis. Sie basiert auf einer vorgefertigten Lösung (Sol). Wenn sie für einige Zeit nicht berührt wird, verwandelt sie sich in ein Gel, mit welchem die Titanium-Schraube behandelt wird. Nach der Bearbeitung mit hoher Temperatur in einem speziellen Ofen wird er in der Schraube verankert, die implantiert werden soll. Als Vorbote wurde Silicium-Säure benutzt. Die Entscheidung basierte auf den Ergebnissen von vielen Studien, in welchen sie osteoinduktive Eigenschaften gezeigt hat und somit die Wissenschaftler an eins der angestrebten Ziele näher gebracht hat.

Darüber hinaus wurden auch weitere antibakterielle Mittel eingeführt.

Drei Prototypen, einschließlich eines Geschäftsgeheimnisses

Innerhalb der Studie wurden drei Prototypen von Anstrichen entwickelt. Bei diesen variieren die angewandten antibakteriellen Mittel. Jeder Anstrich hat die Eigenschaft, die Infektionen zu bekämpfen. Einige hatten eine prophylaktische Wirkung, die der Entwicklung der Bakterien und der nachfolgenden Infektionen entgegenwirkt. Andere waren in der Lage, bereits entstandene Probleme zu beseitigen.

Präventive und nachträgliche Aufschichtungen

Das Wichtige bei der präventiven Aufschichtung ist, dass man Materialien mit sehr langer Zeit der Auflösung benutzt. So können sie länger auf der Schraube bleiben und werden das Ankleben der Bakterien daran für längere Zeit vermeiden. Das hat Palla behauptet. Die Aufschichtungen, die bereits entstandene Infektionen beseitigten, brauchen dagegen ein schnell degradierendes Material, das so kurzfristig wie möglich die Infektion beeinflussen kann.
Hinzu kommt, dass eine der Aufschichtungen sofort verwendet werden kann, ohne dass dabei das Implantat vom Zahnarzt herausgenommen werden soll.
Dieses letzte Produkt ist am neuesten und ist immer noch im Prozess der Patentierung. Es ist zurzeit auch ein Geschäftsgeheimnis, betonte Beatriz Palla.

Schlussfolgerung

Beatriz Palla schließt aus den Forschungsergebnissen, dass man nun bestätigen kann, dass die neu entwickelten Aufschichtungen antibakterielle Eigenschaften aufweisen. Außerdem finden sie keineswegs die erfolgreiche Integration des Implantats in den entwickelten Kieferknochen. Gleichzeitig damit gibt sie aber zu, dass es immer noch längere Zeit geben wird, bevor dieses Produkt erfolgreich von Ärzten angewandt werden kann. Es laufen weitre Versuche und außerdem müssen die Ergebnisse immer noch optimiert werden.

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