Orale Mikroflora weist Verbindung zwischen paradontalen Krankheiten und Speiseröhrenkrebs auf

0
2011
Dateinummer: 32397909 | Urheber: Santosh Chavan | Quelle: 123 RF

Eine Analyse der im Mund vorhandenen Bakterien und jener, die bei Speiseröhrenkrebs gefunden wurden, spricht für eine Verbindung zwischen den beiden medizinischen Zuständen. Das erklärt Jiyoung Ahn. Sie ist Doktorin, Professorin und Direktorin für Bevölkerungswissenschaften beim Laura and Isaac Perlmutter Center NYU Langone Health, in New York. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden in der amerikanischen wissenschaftlichen Zeitschrift „Cancer Research“ veröffentlicht.

Speiseröhrenkrebs ist eine der meist verbreiteten Krebsarten in den USA und befindet sich auf Rang Sechs weltweit, so Professor Ahn. Oft wird die Krankheit nicht diagnostiziert, bis sie eine sehr fortgeschrittene Phase erreicht. Dann liegen jedoch die Überlebenschancen zwischen 15% und 20%. Speiseröhrenkrebs nimmt sehr oft ein letales Ende. Deswegen sind Vorbeugemaßnahmen, Risikoidentifizierung und frühe Diagnostizierung von extrem großer Bedeutung.

Paradontose und Krebs

Es gibt bereits mehrere Studien, welche eine Verbindung zwischen parodontalen Krankheiten und Krebs feststellen. Dazu gehören Hals-, Mund- und Kopfkrebs. Die gerade beschriebene Studie beschäftigte sich speziell mit der Verbindung zwischen der Paradontose und anderen Krankheiten, einschließlich mit dem Risiko der Ausbildung von bösartigen Tumoren in der Speiseröhre.

Der Verlauf der Studie

Ahn und ihre Kollegen sammelten Speichel-Proben von ungefähr 122 000 verschiedenen Patienten – innerhalb anderer sehr großer Studien. Eine davon trug den Titel National Cancer Institute Prostate, Lung, Colorectal. Ausgewertet wurden ebenfalls Ergebnisse der Ovarian Cancer Screening Trial. Herangezogen hat man darüber hinaus die Resultate aus der American Cancer Society Cancer Prevention Study II Nutrition cohort.

Im Verlauf von zehn Jahren haben 106 Patienten Speiseröhrenkrebs entwickelt. In einer fortschreitenden Fallkontrollstudie haben die Forscher DNA- und weitere Speichelproben genommen. So konnte man die Mikrobiomen von den kranken und gesunden Patienten vergleichen.

Ergebnisse aus der Studie

Manche Bakterienarten werden mit einem erhöhten Risiko von Speiseröhrenkrebs in Verbindung gebracht. Z.B. entdeckte man Tannerella forsythia in sehr hohen Mengen. Anhand von vorherigen Studien glaubt man, dass diese das Risiko von Speiseröhrenkrebs um 21 % erhöhen. Das gleiche gilt für die Bakterie Porphyromonas gingivalis. Beide Spezies der Bakterie werden mit üblichen Zahnfleischkrankheiten in Verbindung gebracht.

Außerdem gibt es einige weitere Bakterien, die sich in der Mundhöhle befinden und in einem geringen Maßen mit Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden.

Manche der vorgefundenen Bakterien könnten auch einen schützenden Effekt zeigen. In künftigen Studien möchte man herausfinden, ob man diesen für die Prävention von Krebs in der Speiseröhre einsetzen kann.

Unterm Strich sind solche Studien hilfreich für die frühere Diagnostizierung und Prävention von Krebs. Die Bakterien könnten eventuell auch für prädiktive Biomarker benutzt werden. Grundsätzlich ist jedoch die gute Zahn- und Mundhygiene stark zu empfehlen. Das Ausspülen des Mundes und Zahnarztbesuche sind dringend zu empfehlen. Damit kann man sich vor Speiseröhrenkrebs und viele andere Arten von Krebs schützen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here