Zahnfleischerkrankungen bei Frauen nach der Menopause könnten mit Knochenverlust in Verbindung stehen

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Menopause und Kieferknochen-Verlust
Dateinummer: 68724796 | Urheber: Jacek Dudzinski | Quelle:123rf

Eine Studie an der University of Buffalo untersuchte eine Reihe von Frauen nach der Menopause. Epidemiologen lieferten neue Informationen über die Verbreitung einiger bestimmter Zahnfleischerkrankungen unter der Bevölkerung. Weiterhin entdeckte man eine Verbindung mit dem Verlust von Knochen im Kieferbereich.

Die Ergebnisse der Studie

Laut der Studie sind Frauen, die mit zwei bestimmten für Parodontitis üblichen Bakterien angesteckt sind, anfälliger für Knochenverlust im Kieferbereich sind. Das entdeckte man anhand eines Vergleichs mit einer anderen Untergruppe, nämlich Frauen, welche mit diesen Bakterien nicht angesteckt sind.

Identifiziert wurden zwei starke Pathogenen. Das ist zum einen P. Gingivitis und zum anderen T. forsythensis. Ersteres wurde bei ungefähr 15% der Frauen gefunden. Mit dem zweiten Pathogen wurden fast 40% angesteckt.

Bei zwei weiteren Bakterien hat man den Verdacht, dass sie ebenfalls die Eigenschaften von Pathogenen besitzen. Es handelt sich dabei um P. intermedia und um C. rectus. Gefunden wurden sie jeweils bei knapp 17% der Frauen. Das zeigt eine der ersten Studie von Frauen nach der Menopause, welche sich explizit mit dem Zusammenhang zwischen bestimmten pathogenen Bakterien und dem Knochenverlust im Kieferbereich beschäftigt. Zugleich wurden auch andere Faktoren in Erwägung gezogen. Das sind etwa das Alter, Status und Einkommen, sowie die Tatsache, ob es sich um Raucher handelt oder nicht. Das erklärt Jean Wactawski-Wende, Ph.D, die als Professorin für soziale und präventive Medizin tätig ist. Sie engagierte sich an der UB School of Public Health and Health Professions. Die Ergebnisse aus der Studie kamen in Juni 2007 heraus – in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Periodontology.

Beschreibung der Studie

An der Studie waren knapp 1300 Personen beteiligt. Sie waren alle Frauen nach der Menopause. Der Knochenverlust im Kieferbereich bei Frauen nach der Menopause war eine der vielen Fragen, mit denen man sich innerhalb dieser Forschung beschäftigte. Es handelt sich hierbei um eine Initiative der Organisation Women’s Health Initiative (WHI).

Die Teilnehmer der Studie füllten Fragebogen aus und nahmen an einigen physischen Untersuchungen teil. Untersucht wurde außerdem die Dichte der Knochen und die Mundhöhle.

Die Munduntersuchungen

Die Munduntersuchungen zeigte viele verschiedene Aspekte. Erforscht wurde die mikrobiologische Probenahme der subgingivalen Dentalplaque. Durchgeführt wurden ebenfalls Röntgenuntersuchungen und daraufhin die alveolare krestale Höhe abgemessen (alveolar crestal height). Das ist eine innovative Methode der Abmessung. Durch diese kann man das Ausmaß vom Knochenverlust genauer bestimmen.

Der alveolare Knochen umgibt die Zähne und hält diese an ihren Stellen, sowohl im oberen, als auch im unteren Kieferbereich. Je niedriger der Scheitelpunkt ist, desto größer ist der Knochenverlust.

Infektionen

Weiterhin wurde die Verbindung zwischen Infektionen und Knochenverlust erforscht. Beides kommt bei Frauen mit Übergewicht öfter vor. Das entdeckte man in einem Vergleich zu Damen, die normales oder zu kleines Gewicht hatten. Deswegen erklärte man das Übergewicht als einen wichtigen Risikofaktor. Das erläuterte Renee Brennan, PhD. und Forschungs Assistenzprofessor für soziale und präventive Medizin. Dieser ist auch der leitende Autor der Studie. Weitere Forschungen sind angesagt, um den genaueren Einfluss vom Übergewicht und Körperfett Index zu erforschen.

Während der Studien hatte man keine Informationen über den Blutdruck der untersuchten Personen. Die Verbindung zwischen diesem und den Entzündungen ist ein Gegenstand künftiger Forschung. Weiterhin sind Zusammenhänge zwischen bereits bekannten und noch nicht identifizierten Pathogenen zu untersuchen. Die drei in der Studie eingeschlossenen Bakterien waren bisher nicht mit dem Knochenverlust im Mund in Verbindung gebracht. Sogar im Gegenteil. Capnocytophaga sp, sowie S. sanguis wurden mit gesunden Knochen assoziiert.
Laut der Autoren der Studie wird diese zu wesentlichen Fortschritten und Erkenntnissen im Bereich der Knochen- und der Mundgesundheit beitragen.

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